Diese Änderungen gibt es bei den Leistungen der Pflegeversicherung wegen Corona

Bei verschiedenen Leistungsansprüchen wurden Erleichterungen und Verbesserungen vorgenommen. Diese Maßnahmen gelten zunächst bis zum 30.09.2020.

Pflegeberatung zu Hause nach § 37 Absatz 3 ausgesetzt

Empfänger von Pflegegeld müssen ab einem Pflegegrad bei 2 einen verpflichtenden Beratungsbesuch nach §37 Abs. 3 durchführen lassen. Diese Regelung ist bis zum 30.9.2020 ausgesetzt.

Sie brauchen somit keine Kürzungen befürchten, wenn Sie in der Zeit den Beratungsbesuch auslassen. Die Beratung bleibt aber auf freiwilliger Basis bestehen. Fragen Sie dazu Ihre Pflegekasse.

Entlastungsbetrag 125 Euro auch von nicht qualifizierten Personen möglich

In einigen Bundesländern (Nordrhein-Westfalen, Sachsen, eingeschränkt in Rheinland-Pfalz) können die mit dem Entlastungsbetrag von 125 Euro möglichen Unterstützungsleistungen bis zum 30.09.2020 auch von Personen, z.B. aus der Nachbarschaft, erbracht werden, die bisher noch keinen Qualifikationsnachweis in Form einer ansonsten verpflichtenden Schulung haben. Das erleichtert die Suche nach passenden Helfern – beispielsweise Angehörige, vergleichbare Nahestehende oder nachbarschaftlicher Unterstützung. Hierbei darf es sich nicht
um Personen handeln, die mit dem Pflegebedürftigen in häuslicher Gemeinschaft leben. Ihnen stehen damit monatlich 125€ plus die monatlichen 125€ aus dem Jahr 2019 zur Verfügung (siehe nachfolgender Absatz).

Dazu ist ein formloser Antrag bei der zuständigen Pflegekasse zu stellen. Dem Antrag sind Rechnungen und Quittungsbelege beizufügen.

Selbiges gilt in allen Bundesländern bei einem Pflegegrad 1!

Link zur GKV Gesetzesanpassung zur Einsicht

Verlängerung der Verwendung des Entlastungsbetrags aus dem Jahre 2019

In allen Bundesländern gilt: Sie können noch nicht verwendete Entlastungsbeträge aus dem Jahre 2019 statt bis zum 30.06.2020 nun bis zum 30.09.2020 nutzen.

Pflegeunterstützungsgeld

Wenn Angehörige wegen einer akut aufgetretenen Pflegesituation der Arbeit fernbleiben muss, so kann für längstens 10 Tage ein Pflegeunterstützungsgeld gezahlt werden. Es beträgt 90% des Nettoarbeitsentgeldes, maximal jedoch 96,25€ pro Arbeitstag (insgesamt bis zu 962,50€).  Die Neuregelung sieht einen vereinfachten Zugang zum Pflegeunterstützungsgeld vor. Es wird bis zum 30.09.2020 auch dann gewährt, wenn ein Engpass in der pflegerischen Versorgung entstanden ist, den die Angehörigen im Zuge der COVID-19-Pandemie nur selbst auffangen können. Bis zum 30.09.2020 sollen Angestellte darüber hinaus die Möglichkeit erhalten, das Pflegeunterstützungsgeld insgesamt für bis zu 20 Arbeitstage in Anspruch zu nehmen. Voraussetzung ist, dass eine pandemiebedingte und akute Pflegesituation eingetroffen ist, die bewältigt werden muss. Damit wird pflegenden Angehörigen mehr Zeit eingeräumt, um die Pflege zu Hause sicherzustellen oder neu zu organisieren, wenn zum Beispiel wegen der COVID-19-Pandemie Tagespflegeeinrichtungen geschlossen wurden oder ambulante Pflegedienste nicht mehr wie gewohnt arbeiten.

Link zum ursprünglichen Antragsformular

Erhöhung des Leistungsanspruch bei der Kurzzeitpflege

Statt 1.612 € stehen befristet zum 30.09.2020 nun 2.418€ jährlich zur Verfügung. Unter Verwendung von zusätzlich nicht genutztem Budget aus der Verhinderungspflege stehen somit maximal 4.030€ zur Verfügung.

Erhöhung der Pflegehilfsmittelpauschale

Rückwirkend vom 01.04.2020 bis vorerst zum 30.09.2020 können anstelle der 40€ aufgrund der gestiegenen Kosten der Hygieneartikel nun 60€ monatlich mit der Pflegekasse verrechnet werden.

Flexibilisierung bei der Familienpflegezeit

Beschäftigte, die gleichzeitig einen Angehörigen pflegen, werden befristet bis zum 30.09.2020 die Möglichkeit bekommen, mit Zustimmung des Arbeitgebers Familienpflegezeit und Pflegezeit flexibler nutzen zu können. Wer die gesetzlichen Auszeiten von sechs Monaten Pflegezeit oder 24 Monaten Familienpflegezeit bisher nicht voll genutzt hat, soll kurzfristig Restzeiten der Freistellungen in Anspruch nehmen können (max. Gesamtdauer: 24 Monate).
Die Ankündigungsfrist gegenüber dem Arbeitgeber wird bei der Familienpflegezeit vorübergehend nur zehn Tage betragen. Die Mindestarbeitszeit der Familienpflegezeit von 15 Wochenstunden kann vorübergehend unterschritten werden. Die Ankündigung in Textform genügt. Auch wird der unmittelbare Anschluss zwischen Pflegezeit und Familienpflegezeit befristet entfallen.

Das Darlehen nach dem Familienpflegezeitgesetz wird den aktuellen Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt angepasst. Monate mit pandemiebedingten Einkommensausfällen können bei der Ermittlung der Darlehenshöhe auf Antrag unberücksichtigt bleiben. Die Rückzahlung der Darlehen soll für die Betroffenen erleichtert werden. 

Bundesregierung erklärt in einem Video: Umgang mit pflegebedürftigen Angehörigen

Die Ausbreitung des Coronavirus stellt pflegende Angehörige vor besondere Herausforderungen. Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, beantwortet wichtige Fragen rund um die Thematik Pflege und Beruf.

Das Video finden Sie hier.

Pflegehilfsmittel-Pauschale von 40€ auf 60€ erhöht !

Aufgrund der mangelnden Hygienehilfsmittel wie Einmalhandschuhe, Mundschutz und Desinfektionsmittel zur Corona-Zeit, sind die Preise enorm gestiegen. Als Reaktion darauf wurde die Pauschale für Pflegehilfsmittel rückwirkend vom 01. April bis vorläufig September von 40 auf 60€ erhöht!

Wenn Sie von Ihrem Anbieter noch nicht informiert wurden, fragen Sie unbedingt nach.

Sowohl in Apotheken als auch bei Online-Anbietern ist der Anspruch ohne weitere Beantragung bei der Pflegekasse möglich.

Uni-Klinikum Erlangen darf Immunplasma zur Behandlung von Covid-19 herstellen

“Das Universitätsklinikum Erlagen darf jetzt therapeutisches Plasma zur Behandlung von schwer erkrankten COVID-19-Patienten herstellen. Laut Robert Koch Institut (RKI) ist das ein vielversprechendes Verfahren.

Die Uniklinik Erlangen sei eine der ersten Einrichtungen in Deutschland, die für die Herstellung von therapeutischem Plasma zur Behandlung von schwer erkrankten COVID-19-Patienten eine behördliche Genehmigung erhalten habe, so das Klinikum.”, BR24

“RKI beurteilt Verfahren als vielversprechend”, BR24

Covid-19 bei Mukoviszidose Betroffenen: Ein wirklich interessantes Interview

„Erst mit einer steigenden Anzahl an COVID-19-Fällen unter CF-Patienten wird sich zeigen, ob die aktuell milden Verläufe Zufall waren oder doch eher die Regel sind.“
„Selbstisolation, disziplinierte Hygiene und Abstand halten ist derzeit für alle das Gebot der Stunde. Menschen mit Lungenerkrankungen sollten sich sehr strikt daranhalten. Eine Ansteckung ist derzeit dringend zu vermeiden. Wir hören von Kliniken, dass sich die Anzahl an schweren Fällen erhöht, die beatmet werden müssen. Daher ist höchste Vorsicht geboten. Das Corona-Virus ist sehr ansteckend.“ Prof. Dr. Rainald Fischer


Lest selbst in dem Artikel von PARI GmbH​ über eine Vermutung zum Verlauf von Covid-19 bei einem CF-Patienten ….

Hygiene und Wäschewaschen bei Corona-Verdacht

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund e.V hat Empfehlungen zum Wäschewaschen bei Corona-Verdacht veröffentlicht.

Nach Experteneinschätzung werden Hinweise zur wirksamen Behandlung der Wäsche gegeben:

Nach Experteneinschätzung reagieren Corona-Viren auf entfettende Substanzen wie waschaktive Stoffe (Tenside) in Reinigungsmitteln oder Waschmitteln und werden durch sie inaktiviert. Daher ist die sorgfältige Reinigung der Hände mit Seifen bzw. Syndets auf jeden Fall eine wichtige und wirksame Maßnahme bei der Bekämpfung der Corona-Viren.

Beim Verdacht auf Corona-Infektion sollten sowohl die Textilien wie Bekleidung, Handtücher, Badetücher, Geschirrtücher oder Bettwäsche bei 60°C mit einem Vollwaschmittel gewaschen werden.

Da die Viren auf Oberflächen aus Kunststoff, Metall, Papier oder Textilien eine Zeit lang überleben können, ist beispielsweise der Verzicht auf gemeinsame Handtücher und ein häufiger Austausch der Handtücher empfehlenswert.

Desinfektionsmittel sind in der Regel bei der Wäsche überflüssig, statt eines Kurzprogramms oder Eco-Programms bei der Wäsche lieber ein Waschprogramm mit höherer Temperatur und Vollwaschmittel mit Bleichsubstanzen wählen.

Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. http://www.daab.de

Aktuelle Informationen zu Covid-19 von den Mukoviszidose Ambulanzen: Christiane-Herzog-Zentrum und dem HELIOS Emil von Behring GmbH (Berlin)

Wir stellen Euch die aktuellen Informationen der Mukoviszidose Ambulanz der Berliner Charité Virchow Klinikum, Christiane-Herzog-Zentrum, vom 09.04.2020 zur Verfügung. Zum Vergleich könnt Ihr auch die versandten Informationen des HELIOS Klinikum Emil von Behring GmbH vom 27.02.2020 einsehen. Ein interessanter Aspekt ist der unterschiedliche Umgang der verschiedenen Mukoviszidose Ambulanzen und der Handlungszeitpunkt.

Wir freuen uns auch über Eure Erfahrungen bzgl. des Umgangs mit Corona in Eurer Ambulanz! Gerne über eines unserer Kontaktmöglichkeiten hier!

Christiane Herzog Zentrum Berlin:

HELIOS Emil von Behring GmbH Berlin: